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Was geschieht mit unserem digitalen Erbe

 

Dieser Frage stellten sich die LandFrauen im Rahmen des Angebots des Kreisverbands Celle am 24. Januar im Dorfgemeinschaftshaus in Spechtshorn.

 

Anne Dirking und Wiebke Müller von der Landwirtschaftskammer Hannover waren mit vielen anschaulichen Beiträgen und Informationen gekommen, um die Teilnehmer für ihren Umgang mit persönlichen Daten zu sensibilisieren und Antworten zu geben.

 

Unser Gebrauch des weltweiten Netzes ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Immer mehr ältere Menschen nutzen die Angebote des Internets und hinterlegen E-Mail-Adressen sowie Passwörter, ohne diese zu speichern.

 

Pro Minute werden weltweit zum Beispiel 41,6 Millionen Nachrichten per Whatsapp versendet oder im Wert von 1 Milliarde US-Dollar Waren bestellt oder 347.222 neue Stories bei Instagram hochgeladen. Wir teilen vielfach unser Leben mit der ganzen Welt.

 

Doch alle 3 Minuten stirbt ein Facebook-Nutzer ohne Vorsorge über seinen digitalen Nachlass getroffen zu haben. Dies stellt die Hinterbliebenen vor Probleme, um dem und weiteren Accounts das Leben auszuhauchen.

 

Um diesem vorzubeugen, haben bereits 24 % der Bevölkerung ihren Nachlass vollständig und weitere 16 % teilweise geregelt. Was kommt auf die Hinterbliebenen im Fall der Nicht-Vorsorge zu? Hierzu hat der Bundesgerichtshof bereits 2018 ein Urteil gefällt. Das digitale Erbe ist dem Erbe von Gegenständen gleichgesetzt. Trotzdem müssen auch bei den betroffenen Unternehmen Vollmachten, Sterbeurkunden und Erbscheine vorgelegt werden. Dies ist mit finanziellem und zeitlichem Aufwand verbunden.

 

Wenn aber der Erblasser schon zu Lebzeiten seine Angehörigen oder sehr gute Freunde ins Vertrauen gezogen hat, können diese sich mit der betreffenden E-Mail-Adresse und den Passwörtern Zugang verschaffen und den Diensten kündigen.

 

Die Referentinnen legten den Anwesenden ans Herz, sich darauf vorzubereiten. Ihre Zugänge nicht nur im Kopf zu speichern oder eine Liste im PC zu hinterlassen, sondern auch analog an einem sicheren Ort zu hinterlegen, um ihren Erben in der Trauer viele Unannehmlichkeiten zu ersparen.

 

Unter dem Motto „Besser unvollständig begonnen, als perfekt nicht gehandelt“ schlossen Frau Dirking und Frau Müller ihren hochinformativen Vortrag. Ute Tietje und Uta Rantze dankten ihnen herzlich für ihre Ausführungen mit einem kleinen Präsent.